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Der Troll

Ananda Reichert, Dezember 2015

Grummelnd sitzt Surir, der Troll auf seinem Stein. Ja, es ist sein Stein, denn alle Steine auf Island gehören ihm. Wehe dem, der einfach ohne zu fragen, seine Steine verschiebt. Die Menschen versuchen es immer wieder, weil sie Straßen bauen wollen. Aber da lässt er einfach die Bagger stillstehen, oder schickt den Arbeitern eine Krankheit auf den Hals. Für Häuser braucht man auch Steine. Er will seine Steine nicht gerne verschieben lassen. Denn er hat sich an ihre Plätze gewöhnt und kommt ganz durcheinander, wenn sie plötzlich an einem anderen Platz liegen.  Denn er zählt sie jeden Tag, naja, jeden zweiten … oder jeden dritten Tag … aber sehr oft. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder einfach Steine hinlegen wollte, wo er möchte. Das kann Surir nicht zulassen, denkt er gerade, als eine Elfe im Anflug ist. Dieses lästige Elfenvolk muss immer seine Gedanken stören. „Grüß dich, Surir, du kennst mich, ich bin Adijn. Wir haben schon öfter über Steinverschiebungen verhandelt. Jetzt will Söransdottir ein Haus bauen. Sie ist schwanger und sie braucht für sich und ihren Mann und ihr ungeborenes Kind eine neue Wohnung. Ich hab von der Elfenbeauftragten Erla Stefansdóttir die Aufgabe bekommen, dich zu fragen, ob du ein paar von deinen Steinen verlegen lassen kannst“, sagt die Elfe.  – „Neiiiin, das kommt nicht in Frage. Sie sollen dort wohnen bleiben, wo sie sind.