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Zwergengeflüster

Ananda Reichert, im September 2015

In einem Wald in der Nähe des Möhnesees wohnen die kleinen Leute, die Zwerge. Sie haben sich unter Wurzeln und Steinen Häuser gebaut und in jeder Behausung wohnen ein Zwergenmann und eine Zwergenfrau. Diese Rasse von Zwergen ist anders als andere. Sie haben sich immer nur als Seelengefährten auf der Erde eingefunden. Sie werden nicht geboren, sondern, sie erscheinen einfach, wenn sie Lust haben, auf der Erde zu wohnen. In der Anderswelt gibt es ein genau gleiches Abbild ihres Dorfes und wenn sie Lust haben, wieder dort zu wohnen, dann gehen sie eben wieder dorthin. Das ist lustig, denn sie haben auch manchmal Lust, die Menschen nachzumachen - und sie sind Meister im Kopieren.

Unter der Baumwurzel eines umgestürzten Buchenriesen wohnen Elzamira und Arturiwin Buntschuh. Sie haben als Nachbarn einen Rennschneck, Herrn Porsche, der ab und zu Arturiwin mitnimmt, damit er Bucheckern und Eicheln sammeln kann. Sie kommen dann sehr bepackt und keuchend wieder zuhause an. Frau Elzamira hat dann schon ein Waldgrasbier auf dem Stein stehen, der ihnen als Tisch dient. Sie hat ein Stück Birkenrinde als Tischtuch darauf gelegt und stemmt die Hände in die Hüften.

„Los jetzt, ihr beiden, ich hab Durst“, ruft sie mit ihrem feinen Stimmchen, was so gar nicht zu ihrer stattlichen Zwergenfigur passt. Die beiden kommen angeschlichen und nehmen ihren Eichelbecher. „Prost“, sagt Arturiwin. Herr Porsche japst noch und kann nichts sagen.