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Gauri und Himmati

Ich wohne seit zwei Jahren in Jaipur, der Hauptstadt von Rajastan, im Norden, bei  Fort Amber, der Festung, die Maharaja Man Singh erbaut hat. Dort gibt es einen Elefantenpark, Hathi Gaon, in dem Elefanten leben, die für die Touristen gehalten werden. Mein Vater, mein bap, ist Pfleger in dem Park.  Als meine Mutter starb, zogen er und meine bua, die Schwester meines Vaters, also meine Tante, die Witwe ist, nach Jaipur, wo er den Job bekam. Davor war er jat, Bauer, aber nach dem Tod meiner Mutter verkaufte er das Land und zog in die Stadt.

Oft bin ich mit ihm gegangen, zu den Elefanten. Ich liebe diese großen sanften Tiere, die willig sind zu arbeiten, aber oft so schlecht behandelt werden, weil die Menschen sie nicht verstehen. Manchmal  hab ich einen Elefanten weinen sehen. Die sind traurig, weil sie nicht frei sein dürfen und immer das tun müssen, was der mahut, der Elefantenführer will. Sie leben dort in Ställen, das gefällt ihnen nicht immer, aber was am Tag am schönsten für sie ist: dass sie am Abend zur Wasserstelle gehen dürfen und planschen, sich nassspritzen und es sich gutgehen lassen.

Oft kommt es vor, dass sie Verletzungen von den Ketten haben, an die sie gebunden werden, wenn sie nicht folgen. Dann darf ich bap helfen, sie zu behandeln. Sie bekommen eine Salbe aus Blättern  des Neembaums. Das hilft sehr gut.  Sie sind sehr dankbar und oft streicheln sie mein Haar mit ihrem Rüssel. Ich bin dann immer ganz berührt und streichele sie zurück. So entstehen die Freundschaften mit den großen Wesen.

Eines Tages kommt eine junge Elefantenkuh zu uns. Sie kommt aus einer ganz schlechten  Haltung.
Sie ist abgemagert bis auf die Knochen und kann sich kaum auf den Beinen halten.